Stuttgart, 6. Mai 2026 – Elektrofahrzeuge laden automatisiert, sicher und netzdienlich – ohne Ladekarte, ohne manuelle Freigabe, ohne zentrale Nutzerverwaltung. Was nach Zukunft klingt, ist im Rahmen des BMWE-Forschungsprojekts DataFleX bereits Realität. 51nodes zeigt gemeinsam mit TransnetBW und weiteren Partnern, wie das funktioniert – mit dem Anwendungsfall „Wallet-Laden“.
Laden mit digitaler Identität statt physischer Karte
Im Wallet-Laden-Szenario authentifizieren sich Mitarbeitende von TransnetBW am Ladepunkt über eine App und digitale Credentials. Die Berechtigungen sind attributbasiert hinterlegt: Wer darf laden, mit welcher Leistung und unter welchen Bedingungen – das Regeln digitale Nachweise, nicht physische Ausweise oder eine zentrale Nutzerverwaltung. Der Ladevorgang startet vollautomatisch, sobald die Credentials verifiziert sind.
51nodes verantwortete in diesem Setup die technische Integration und App-Entwicklung.
SSI: Die Technologie hinter dem reibungslosen Laden
Die Grundlage bildet Self-Sovereign Identity (SSI) – ein Ansatz, bei dem digitale Identitäten dezentral verwaltet werden, ohne zentrale Datenspeicherung. Jede beteiligte Partei – ob Person, Fahrzeug oder Ladepunkt – kann Verifiable Credentials ausstellen, halten und prüfen. Das schafft Vertrauen ohne Datensilo und erfüllt dabei die Anforderungen moderner Identitätsstandards wie eIDAS 2.0.
51nodes bringt in dieses Projekt langjährige Erfahrung mit SSI-Lösungen in der Energiewirtschaft ein. Seit 2021 arbeitet das Stuttgarter Unternehmen gemeinsam mit TransnetBW daran, das Potenzial digitaler Identitäten für die Netzwirtschaft systematisch zu erschließen – und hat dabei bereits mehr als zehn konkrete Anwendungsfälle identifiziert. Wallet-Laden ist nun einer der ersten, der im realen Betrieb erprobt wird.
Das größere Bild: DataFleX und die Zukunft dezentraler Flexibilität
Wallet-Laden ist kein Einzelprojekt – es ist ein Baustein in einem ambitionierten Gesamtvorhaben. DataFleX verknüpft erstmals die bislang isolierten Datenökosysteme energy data-X und Catena-X und schafft damit die Grundlage für sektorenübergreifenden Datenaustausch zwischen Energie, Mobilität und Wärme. Ziel ist es, Millionen dezentraler Assets – Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Heimspeicher – koordiniert und marktbasiert für die Netzstabilität nutzbar zu machen – ein Ansatz, der auch als Redispatch 3.0 diskutiert wird.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das 18-monatige Projekt mit mehr als sieben Millionen Euro. Im Konsortium unter Leitung von TenneT Germany arbeiten acht Partner aus Energiewirtschaft, IT und Forschung zusammen. Der direkte Nutzen ist messbar: geringere Redispatch-Kosten, effizienterer Netzausbau, bessere Integration erneuerbarer Energien – und perspektivisch sinkende Netzentgelte für alle.
Projektpartner
Das Wallet-Laden-Setup entstand in enger Zusammenarbeit mit Spherity (Business Wallet & Verifier), Fraunhofer IAO (Lade-Backend) und Fraunhofer FIT als Supporter – koordiniert durch TransnetBW.
Weiterführende Links:
DataFleX-Projekt
51nodes – DataFleX: 51nodes treibt digitale Sektorenkopplung mit voran
TransnetBW – Forschungsprojekt DataFleX startet
