Self-Sovereign Identities

SSI wird von der EU und Großunternehmen mit Millionen von Euro vorangetrieben
- für ein nutzerfreundliches und nutzerzentriertes Identitätsmanagement

Selbstbestimmte digitale Identitäten – Self-sovereign Identitites (SSI) – organisieren Identitätsdaten von Mensch und Maschine in einem digitalen Wallet – immer aktuell und unter vollständiger Nutzerkontrolle. Bei Bedarf kann der Nutzer vorhandene Identitätsdaten für sehr schnelles 1-Click-Onboarding freigeben.

Diensteanbieter sparen sich durch SSI aufwändiges eigenes Identitätsmanagement und können in verschiedenen Anwendungen auf konsistente und aktuelle Identitätsdaten zugreifen.

SSI wird zum Beispiel von der Bundesregierung mit 50 Million Euro gefördert und zahlreiche Großunternehmen erproben SSI bereits erfolgreich und lernen die Vorteile kennen.

Die Anwendungsmöglichkeiten für SSI sind vielfältig.

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SSI ist ein neues digitales Identitätsmanagement

SSI organisiert Stammdaten in einem Single Point of Truth und erlaubt schnelles und kostengünstiges Onboarding

Selbstsouveräne Identitäten sind ein neuer und vielversprechender Ansatz für das digitale Identitätsmanagement, in dem Nutzerstammdaten und das Onboarding von Nutzern in Ihre Prozesse organisiert werden.

Durch SSI wird Identitätsmanagement neu definiert. Es ist davon auszugehen, dass SSI bestehende Strukturen grundlegend verändern werden.

SSI ist die neueste Entwicklungsstufe digitaler Identitäten

Vorbild: Analoge Identitäten

Analoge Identität mit Personalausweis
Analoge Idenität mit Personalausweis von vertrauenswürdigem Herausgeber
Bildquelle: Wikipedia

Die Welt der analogen Identitätsinformationen besteht vor allem aus Plastikkarten im Scheckkartenformat: Personalausweis, Kreditkarte, Führerschein, Krankenversichertenkarte, Vereinsmitgliedsausweis, usw.

Wird beim Anmelden zu einem Dienst, z.B. Anlegen eines Bankkontos, ein Nachweis benötigt, können wir (ein Foto von) eine(r) Plastikkarte vorzeigen. Der Dienst kann anhand der Sicherheitsmerkmale der Karte prüfen, ob ein Nachweis authentisch ist. Grundsätzlich wird der Dienst dem Herausgeber der Karten vertrauen. Eine Interaktion mit dem Herausgeber ist nicht erforderlich. Diese Abläufe sollen auf ähnliche Weise zukünftig vollständig digital und bei einer Dienstanmeldung im Hintergrund automatisiert ablaufen.

Isolierte Identitäten

Registrierung bei einer Webseite
Registrierung bei einer Webseite mit isoliertem Profil / Identitätsmanagement
Bildquelle: Screenshot von zeit.de

Jeder Dienst im Internet erhebt und verwaltet Nutzerdaten und Identitätsnachweise selbst.

Isolierte Identitäten bringen sowohl für Nutzer als auch für Diensteanbieter einen hohen Aufwand mit sich. Die immer gleichen Daten müssen immer wieder eingegeben oder hochgeladen werden.

Zugangsdaten für dutzende Accounts müssen gemerkt werden. Oft wird das gleiche Passwort verwendet, was zu Sicherheitsproblemen führt.

Nutzer müssen ihre Daten in dutzenden von Accounts pflegen. Das ist aufwändig und fehleranfällig. Daten in manchen Accounts werden veraltet oder falsch sein.

Föderierte Identitäten

Social Logins bei Crunchbase
Logins mit föderierten Idenitätsprovidern der Sozialen Medien
Bildquelle: Screenshot von crunchbase.com

Föderierte Identitäten werden von Identitätsanbietern wie Google oder Twitter im Internet angeboten. Die Identitätsanbieter sind Herausgeber und Inhaber der Identität zugleich. Nutzer können mit Wohlwollen des Identitätsanbieters die Identität bei Drittanbietern zum Single Sign-on nutzen.

Das Modell der förderierten Identitäten baut auf die Erlaubnis des Identitätsanbieters auf, eine Identität zu nutzen. Im Prinzip kann diese jederzeit entzogen werden. Oder bei einem Fehler oder Hack können die Daten kompromittiert werden oder verloren gehen. Damit wäre der Zugang zu allen Diensten verloren, für die die Identität bei der Anmeldung verwendet wurde.

Nutzer haben bei diesem Modell eine sehr hohe Abhängigkeit vom Idenitätsanbieter. Identitätsanbieter erfahren alle Interaktionen mit Diensten, in denen die Identität eingesetzt wird und können diese Daten für eigene Zwecke verwerten.

Für ernsthaftes KYC, in dem die Authentizität einer Identität sichergestellt werden muss, reichen Identitäten von Sozialen Medien nicht aus.

Selbstsouveräne Identitäten

Selbstsouveräne Identitäten (SSI) arbeiten nach dem Vorbild der analogen Identitäten und übertragen die Funktionsweise ins Digitale. Dabei werden die Vorzüge des Single-Sign-On mit dem Prinzip der Nutzerkontrolle und Einhaltung der Privatsphäre verbunden.

Bei SSI werden Plastikkärtchen durch digitale, signierte und automatisch überprüfbare „Verifiable Credentials“ ersetzt.

Drei Rollen des Idenitätsmodells der Selbstsouveränen Identitäten
Bildquelle: https://www.w3.org/TR/vc-data-model/#ecosystem-overview

Die drei Rollen im Modell von SSI sind:

(1) Holder: der Inhaber einer Identität. Verifiable Credentials werden in einem privaten digitalen Wallet, z.B. auf dem Mobiltelefon, gehalten.

(2) Issuer: ein vertrauenswürdiger Aussteller von Verifiable Credentials. Um die allgemeine Verständlichkeit in verschiedenen Domänen und Kontexten zu gewährleisten, folgen Verifiable Credentials gewissen Strukturen, die als Schemas in einem öffentlichen „Verifiable Data Registry“ abgelegt sind.

(3) Verifier: zum Beispiel ein Dienstanbieter, der von seinen Kunden einen überprüfbaren Nachweis einfordert. Dazu präsentiert der Holder auf Knopfdruck ein von einem Issuer ausgestelltes Verifiable Credential. Der Verifier kann das Credential automatisch anhand der Signatur überprüfen.

Prinzipien von SSI

Nach Allen sind Selbstsouveräne Identitäten gekennzeichnet durch:

  1. Eine unabhängige digitale Identität
  2. Vollständige Kontrolle der Nutzer
  3. Einverständnis der Nutzer bei Verwendung der Identität
  4. Zugriff der Nutzer auf alle Aspekte der Identität
  5. Transparenz des SSI Systems durch Open Source, für alle nutzbar
  6. Übertragbarkeit der Identität aus einer Anwendung heraus
  7. Interoperabilität zwischen vielen Anwendungsbereichen
  8. Minimalisierung: So wenig Daten wie möglich werden jeweils offengelegt
  9. Schutz der Nutzerrechte
  10. Langlebigkeit der Identitäten – die Nutzbarkeit soll erhalten bleiben, aber bei Bedarf kann Identität gelöscht werden

Vorteile von SSI

Selbstsouveräne Identitäten bieten für ihre Nutzer und insbesondere für Unternehmen folgende Vorteile:

Die Effizienz von Geschäftsprozessen lässt sich durch die Nutzung von SSI deutlich steigern. Insbesondere das Onboarding von Kunden in langwierigen Registrierungsabläufen wird extrem vereinfacht. Eigene „Know-Your-Customer“-Infrastruktur kann weitgehend entfallen. Stattdessen können Kunden sich ähnlich dem Social Sign-On mit einem Klick registrieren.

Mit SSI können Nutzer und Kunden schnell identifiziert werden. Erforderliche Nachweise zu ihrer Identität werden digital signiert übermittelt.

Durch die Erleichterungen beim Onboarding, können Unternehmen sich auf Ihre Kernprozesse konzentrieren.

Die Nutzungsweise von Selbstsouveränen Identitäten entspricht dem des Social Sign-On, z.B. dem Einloggen mit dem Google-Konto bei einem Drittanbieter. Diese Nutzerfreundlichkeit und Einfachheit wird mit einem hohen Maß an Kontrolle und Privatsphäre der Nutzer kombiniert.

Der Nutzer steht im Mittelpunkt der Selbstsouveränen Identitäten. Die kommerzielle Verwertung von Identitätsinformationen durch Anbieter von Sozialen Profilen ist nicht mehr erforderlich, um als Nutzer die Einfachheit des Single Sign-On zu erfahren. Der Nutzer hat die Kontrolle über seine Daten und kann Identitätsinformationen in beliebigen Anwendungen und Dosierungen nutzen.

Es gibt vielfältige Anwendungen für SSI

SSI ermöglicht schnelles Onboarding von Kunden in Prozesse und spart Aufwände

KYC abkürzen

Sie würden sich gern die Kosten für aufwändiges Erfassen von Kundendaten und das Sicherstellen der Authentizität der Angaben sparen? SSI wird zukünftig dazu einen Beitrag leisten, indem die Kunden ihre Daten und Credentials in ihrem Wallet selbst verwalten und bei Anmeldungen zu Diensten nur noch freigeben müssen. Das ist für Kunden ähnlich bequem wie beim Sign-On mit Social Media Accounts.

Digitale Nachweise erbringen

Heutige Anmeldeprozesse zu Diensten sind formularbasiert und Nachweise müssen oft eigenständig digitalisiert eingereicht werden. Mit Hilfe von Video-Sitzungen können Identitäten geprüft werden und müssen für jede Anmeldung wiederholt werden. Mit SSI liegen Nachweise signiert digital vor. Somit können sie immer wieder ohne Aufwand verwendet werden und die Richtigkeit von vom Empfänger automatisch überprüft werden.

Identitäten einfach mitnehmen

Silostrukturen in Anwendungslandschaften verhindern bislang die Mitnahme von Kundendaten zu einem anderen Anbieter. SSI ändert dies grundlegend durch die Anwendungs-unabhängige Selbstverwaltung der Daten. Damit lassen sich Identitätsinformationen über bisherige Grenzen hinweg mitnehmen. Dies betrifft auch bislang existierende Hürden innerhalb einer Organisation, in der sich Nutzer für verschiedene Prozesse separat anmelden mussten.

SSI wird weltweit erfolgreich erprobt

Die Technologie ist da, SSI-Netzwerke entstehen und Ökosysteme für Verifiable Credentials wachsen

IDUnion: Identitätsnetzwerk aus Deutschland

IDUnion ist eine große deutsche Initiative zum Aufbau eines verteilten Identitätsnetzwerks mit Blockchain- und SSI-Technologie.

Das Netzwerk erlaubt eine sichere Identifikation von Akteuren und stellt die Authentizität von Informationen, die Akteure austauschen, sicher. Verweise auf Identitäten können im Netzwerk auffindbar gemacht werden. Identitätsinformationen bleiben aber unter der Kontrolle der jeweiligen Nutzer.

Treiber von IDUnion sind mittlerweile über 50 Organisationen, darunter Großunternehmen wie Bosch, Siemens, Deutsche Bank, Deutsche Bahn, Deutsche Post und Deutsche Telekom.

Das Bundswirtschaftsministerium fördert IDUnion mit 15,6 Millionen Euro.

51nodes ist assoziierter Partner von IDUnion.

IDUnion Partnerliste
Ausschnitt der Partner von IDUnion
Bildquelle: Screenshot von idunion.org

GAIA-X: selbstbestimmter Datenaustausch

GAIA-X ist eine große, öffentlich geförderte Inititive zum Aufbau einer Datenaustauschinfrastruktur nach europäischen Standards vor dem Hintergrund eines von amerikanischen Cloudanbietern beherrschten Marktes.

Bei GAIA-X werden selbstsouveräne Identitäten als zentraler Baustein und Grundlage für den Austausch zwischen Akteuren auf der Datenplattform verankert.

GAIA-X will mit Hilfe von SSI-Technologie die Hoheit der Nutzer über ihre Daten sicherstellen. Nötige Vertrauensanker werden ermöglicht, so dass digitale Nachweise der Identitäten vertrauenswürdig sind und sicher ausgetauscht werden können.

Die dezentrale Natur von GAIA-X erlaubt verschiedene Zusammenschlüssen, sogenannte Föderationen, von Akteuren, die auf Basis der grundlegenden Datenaustauschinfrastruktur sich vernetzen und austauschen können. Dabei haben sie die Möglichkeit, eigene Regeln der Zusammenarbeit und wer mitmachen darf zu bestimmen.

Catena-X Automotive Network

Catena-X entwickelt ein firmenübergreifendes Datenökosystem für die Lieferketten der Automobilindustrie auf Basis europäischer Werte. 

An Catena-X angeschlossene Unternehmen sollen die Kontrolle über die von Ihnen eingebrachten Daten behalten und entscheiden, mit wem und wie sie diese austauschen. Dabei spielt die SSI-Technologie eine tragende Rolle.

Herzstück von Catena-X ist der „Eclipse Dataspace Connector“.

Catena-X wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und hat 28 Mitglieder – darunter zahlreiche deutsche Automobilhersteller.

51nodes führte die technische Analyse und Konzeption für das Zusammenspiel der IAM-Konzepte von Catena-X und Gaia-X durch und verwendet SSI-Konzepte für eine Pilotimplementierung mit Hyperledger Indy und Aries.

European Blockchain Service Infrastructure

SSI wird von der EU-Kommission im Rahmen der Blockchain Service Infrastructure vorangetrieben.

Die EU-Staaten betreiben gemeinsam ein Blockchain-Netzwerk als Grundlage für digitale Dienste und Anwendungen. Ein wichtiger Bestandteil sind die europäsischen digitalen Identitäten.

Das European Self-Sovereign Identity Framework Lab (eSSIF) ist ein EU-finanziertes Projekt, das die Adaptierung und Nutzbarmachung von SSI in der EU voranbringen soll. In eSSIF wird ein Open Source-Softwarerahmenwerk für SSI erstellt und kommerzielle Dienste, die das Rahmenwerk nutzen.

SAP erprobt SSI zur Vereinfachung von Geschäftsprozessen

SAP erprobt SSI erfolgreich in seinem Innovation Center Network gemeinsam mit Partnern durch die Integration in das SAP-Backend und schließlich in Geschäftsprozesse.

In einem Prototyp können sich Angstellte von SAPs „Human Capital Management“-Software ein Credential über Ihre Anstellung ausstellen lassen. Das Credential wird in einem Wallet von Evernym abgelegt. Die Nutzer können das Credential dann für das Öffnen eines Bankkontos oder für einen Kreditantrag verwenden. Dazu muss das bereits vorhandene Credential nur noch auf einfache Weise freigegeben werden.

Der Prototyp zeigt, dass mit SSI Dokumenten-gebundene Prozesse entfallen und Kontoeröffnung oder Kreditvergabe beschleunigt werden können. Auch für die Kunden wird es einfacher.

Bosch nutzt SSI für vertrauenswürdige Geschäftsbeziehungen

Im Rahmen der Economy of Things nutzt Bosch SSI zum Beispiel in Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen. Für B2B ist das Stammdatenmanagement wichtig. Stammdatenmanagement mit SSI bedeutet, dass mit einer Agentensoftware eine dezentrale Firmen-ID erstellt und mit Firmenstammdaten verbunden wird. Die Daten können in Interaktionen freigegeben und von der Software überprüft werden. Das spart Zeit und Geld.

Ein weiteres Anwendungsgebiet für SSI sind bei Bosch Interaktionen von Maschinen. Maschineninteraktionen sollen mit SSI sicher und vertrauenswürdig ablaufen. Erste Piloten werden im Zusammenhang mit den selbstbestimmten Datenaustauschräumen von GAIA-X entwickelt. In GAIA-X trug Bosch zur Spezifikation für „Identität und Vertrauen“ mit SSI bei. Die Erprobung findet im Automobilitätsnetzwerk von Catena-X statt.

BMIL: digitale Identitäten für Energieerzeugungsanlagen

BMIL (Blockchain Machine Identity Ledger) bildete mit SSI die Identitäts-Stammdaten von Energieerzeugungsanlagen in einem sicheren dezentralen Register ab.

Ein Ansatz für die Anreicherung einer Anlage mit überprüfbaren Credentials und einer SSI-basierten Maschinenidentität ist das KILT-Protokoll.

Das Anlagenregister von BMIL hat Ähnlichkeit mit dem Marktstammdatenregister, das jedoch zentral vom Regulator geführt wird. Auf Basis des BMIL-Registers ergibt sich Dank SSI die Möglichkeit, Anlagen einfach und schnell (per „plug and play“) in das Energiesystem zu integrieren.

Bei der Integration von Anlagen ins Energiesystem sind bislang Formular-gebundene Anmeldungen mit überlappenden Inhalten an verschiedenen Stellen erforderlich. Zum Beispiel muss eine Anlage beim Netzbetreiber und beim BDEW sowie nach Bedarf für verschiedene Leistungsbereiche wie Regelleistung im Energiesystem registriert werden. 

BMIL war ein bis 2021 aktives Projekt des Future Energy Lab der Deutschen Energie-Agentur „dena“.

Wie wird SSI technisch umgesetzt?

Open Source-Software und offene Netzwerke sowie zunehemende Standardisierung helfen bei der Realisierung

Das Verifiable Data Registry ist ein wichtiger Baustein der technischen Umsetzung von SSI. Das Verifiable Data Registry dient als Ankerpunkt für ein SSI-Ökosystem, indem wie in einem Telefonbuch öffentliche dezentrale Identifikatoren (englisch: Decentralized Identifier, DID) darauf abgelegt werden.

Eine DID ist eine URL, die der überprüfbaren Identifikation von Personen, Organisationen oder Dingen dient. Die DID wird mit einer bestimmten DID-Methode zu einem DID-Dokument aufgelöst.

Das DID-Dokument kann Authentifizierungsinformationen enthalten. Zur Authentifizierung kommen public-private-Key-Verschlüsselungsverfahren zum Einsatz. Der public key einer Identität kann in dem DID-Dokument abgelegt werden.

Ein DID-Dokument kann auch zum Nachweis von Attributen der Identität (z.B. Fahrerlaubnis oder Volljährigkeit) auf Verifiable Credentials verweisen. Verifiable Credentials sind fälschungssicher digital signiert und lassen sich kryptographisch überprüfen.

Ein wichtiges Prinzip bei SSI ist die Sparsamkeit bei der Preisgabe von Informationen zu einer Identität. Mit Hilfe von Zero Knowledge Proofs (ZKP) kann man z.B. die Volljährigkeit einer Person nachweisen, ohne das genaue Alter der Person preiszugeben.

Softwareseitig ist Hyperledger Indy eine Möglichkeit, ein Verifiable Data Registry für digitale Identitäten und SSI Blockchain-basiert umzusetzen. Hyperledger Aries ist eine Softwarebibliothek, die eine direkte DID-basierte Interaktionen von Identitäten ohne ein SSI-Netzwerk erlaubt. Dazu repräsentiert ein „Agent“ (z.B. in Form einer App oder als Software in der Cloud) eine Identität und kann über das DIDComm-Protokoll mit anderen Identitäten interagieren. 

Netzwerke und Ökosysteme für Selbstsouveräne Identitäten entstehen zum Beispiel mit IDUnion und Sovrin. IDUnion ist eine große deutsche Initiative und wird von über 50 Partnerorganisationen getragen. IDUnion baut die Infrastruktur für ein dezentrales Identitätsmanagement nach dem SSI-Modell auf.
Sovrin ist eine Non-Profit-Organisation, die ebenfalls ein SSI-Netzwerk aufbaut und dabei auf Hyperledger Indy setzt.

Cheqd ist ein Startup, das mit SSI ein selbstbestimmtes Datennetzwerk aufbaut. Um Anreize zu schaffen, Daten in diesem Netzwerk teilen, versucht cheqd Anreizmodell zu etablieren. So können Verifier von Credentials die Herausgeber (Issuer) der Credentials bezahlen. Oder die Inhaber (Holder) von Credentials bezahlen die Herausgeber.

Von zentraler Bedeutung für SSI sind digitale Wallets für die Nutzer, um Verifiable Credentials abzulegen und bei Bedarf an Dritte freizugeben. Eine Übersicht von Wallet-Anbietern wird von der European Blockchain Association bereitgestellt. Zu den Wallet-Anbietern zählen connect.me, iGrant, Jolocom SmartWallet, Serto und Gataca.

Eine weitergehende Ausführung zu technologischen Grundlagen von SSI findet sich im Fraunhofer Whitepaper.

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Was ist rechtlich zu beachten?

Die grenzüberschreitende rechtliche Gültigkeit von Credentials erfordert Rahmenbedingungen

Damit SSI seine höchste Wirksamkeit entfalten kann, müssen Verifiable Credentials übergreifend nutzbar sein – über die Grenzen von bestimmten Fachbereichen, SSI-Netzwerken oder auch Ländern hinweg. Dazu müssen regulatorische (EU-weite, weltweite) Regelungen und Standardisierungen eingeführt werden. Bei diesen Bemühungen sind internationale Organsationen wie das W3C und Trust over IP zu nennen.

eIDAS ist das regulatorische Rahmenwerk der EU für elektronische digitale Identitäten. Es zielt darauf ab, EU-weit öffentliche Dienste volldigital nutzbar zu machen, die eine Authentifizeriung erfordern. Das Rahmenwerk schafft die rechtlichen Voraussetzung für EU-weite Akzeptanz von digitalen Signaturen – wie sie auch in Verifiable Credentials eingesetzt werden.

Eine Randbedingung für SSI ist die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Vor allem dann, wenn die Identitäten natürliche Personen betreffen und personenbezogene Daten verarbeitet werden sollen. Die Anwendung von Blockchain-Technologie für das Verifiable Data Registry ist dabei kein grundlegendes Problem, da dort nur Verweise auf DID-Dokumente und Widerrufe von Verifiable Credentials sowie Schemas von Credentials enthalten sind. Personenbezogene Daten werden in geschützten privaten Wallets abgelegt.

51nodes und SSI

Lassen Sie sich von langjährig erfahrenen Software-Professionals helfen

Als Enabler der Crypto Economy beschäftigt sich 51nodes seit mehreren Jahren intensiv mit Self-Sovereign-Identities (SSI) in Projekten mit namhaften Unternehmen, mit eigener Standardentwicklung und in Blogbeiträgen.

 

PROJEKTBEISPIELE

P2P-Energie-plattform für Honda

51nodes entwickelte eine dezentrale Peer-to-Peer Plattform für den Austausch von Energie unter Einbeziehung von Elektrofahrzeugen. Technische Konzeption eines dezentralen Identity-Access-Management-Ansatzes mittels SSI. Nutzung dezentraler Identitäten und Services mit Hilfe von DIDComm und Hyperleder Aries.

Vehicle-to-X Daten-austausch in GAIA-X

51nodes trägt seine SSI-Expertise zum Projekt GAIA-X-4-moveID bei. Das Projekt will das Teilen und Nutzen von Automobilitätsdaten mit Hilfe der Datenaustausch-infrastruktur von GAIA-X und mit SSI erproben. Außerdem soll die Interaktion von Autos mit ihrer Umgebung (V2X) mit SSI neu organisiert werden. 51nodes hilft mit technische Analyse, Konzeption und Implementierung von SSI-Ansätzen zum Einsatz in V2X-Umgebungen.

SSI für Stromüber-tragungswirtschaft

Im Auftrag des Stromnetzbetreibers TransnetBW ergründete 51nodes die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile von SSI in der Energiewirtschaft – nach einer Bestandsaufnahme bestehender Prozesse und Systeme. Das Potenzial von digitalen Identitäten für Energieanlagen wird enorm eingeschätzt, da damit das Onboarding in viele Prozesse vereinfacht und Interoperabilität erhöht werden kann.

In Projekten mit SSI zeigt sich, dass die Technologie vom Reifegrad oft noch nicht vollständig einsetzbar ist und an vielen Detailthemen noch gearbeitet wird. In Analysen deckt 51nodes diese Lücken auf und geht sie schrittweise an. Die Einführung von SSI in Anwendungslandschaften mit Silo-artigem Identitäts- und Stammdatenmanagement ist zudem mit einem Umstellungsaufwand verbunden.

51nodes unterstützt Sie gerne bei der Entdeckung der Mehrwerte von SSI und bei der Umsetzung Ihres SSI-Projektes mit eigenen Softwareingenieuren. Außerdem koordinieren wir gern für Sie den Gesamtprozess.